Das brennende Land: Historischer Roman
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- Veröffentlicht am: 2010-05-03
- Originalsprache: Deutsch
- Einband: Taschenbuch
- 512 Seiten
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Im Jahre des Herrn 892 ist Wessex – einmal mehr – in Gefahr: Das Land des mit den Jahren schwach gewordenen Königs Alfred wird von zwei dänischen Kriegsherren bedroht, dem mächtigen Harald Bluthaar und dem schrecklichen Jarl Haesten, die über die Nordsee gesegelt kommen, um Alfreds Land zu unterjochen. Die Wikinger scheinen übermächtig, doch Alfreds furchtloser Krieger Uhtred, aus dessen Ich-Perspektive auch dieser fünfte Band der unglaublich spannenden „Saxon Stories“ geschrieben ist, entwickelt einen genialen Plan: Er bringt die zauberkundige Skade, die stolze Frau und Hure Harald Bluthaars, in seine Gewalt und kann den Dänen so eine Falle stellen, durch die er in der blutigen Schlacht von Fearnhamme gegen sie die Oberhand behält, wodurch er Alfreds Lebenstraum, der Einigung der angelsächsischen Königreiche, wieder ein Stückchen näher kommt. Doch Skade spricht einen Fluch gegen Uhtred aus, der Wirkung zu zeigen scheint: Denn während Jarl Haesten zu einer zweiten großen Schlacht rüstet, mit der er König Alfred und sein Reich Wessex endgültig vernichten will, wird Uhtred, Alfreds treuster Gefolgsmann, zum Gejagten der Schergen seines eigenen Königs…
Die Zeiten waren roh und brutal, und Bernard Cornwell gelingt es wie schon in den Vorgängerbänden außerordentlich gut, diese kalte, blutige, erbarmungslose Welt lebendig werden zu lassen: ohne Übertreibung oder Überspitzung der Metzeleien, aber auch ohne Schonung oder Beschönigung. Der historische Rahmen ist wieder verbürgt, Grundlage bilden diesmal die Invasion des „großen Heeres“ der Dänen unter dem (belegten) Jarl Haesten ab 892 und die beiden Schlachten von Fearnhamme (Farnham) und Beamfleot (Benfleet) zwischen den Truppen Alfreds des Großen und den Wikingern; der Protagonist Uhtred sowie der Däne Harald Bluthaar hingegen sind fiktiv. Ein historischer Roman, an dem es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen gibt – und dass Band 6 schon angekündigt ist, darf einen uneingeschränkt freuen. -- Katharina Vogt
Kurzbeschreibung
Was ist das stärkste Heer gegen den Hass einer Frau? Eine tödliche Gefahr bedroht Wessex: Harald Bluthaar. Nur Uhtred erkennt den Schwachpunkt des mächtigen Feindes. Es ist eine Frau, Skade, die Hure und Zauberin, der der Dänenherrscher gänzlich verfallen ist. Als Uhtred sie in seiner Gewalt hat, ist eine der großen Schlachten der englischen Geschichte schon gewonnen. Skade verflucht ihn, doch Uhtred fühlt sich unbesiegbar. Bis ihn die Nachricht ereilt, dass seine geliebte Frau Gisela im Kindbett gestorben ist. Und über das Land zieht wieder Rauch von brennenden Dörfern . . .
Über den Autor
Die Erfolgsgeschichte von Bernard Cornwell zeigt, dass staatliche Bürokratie auch ihr Gutes haben kann. Immerhin war es die Weigerung der US-amerikanischen Einwanderungsbehörde, Cornwell eine Arbeitserlaubnis auszustellen, die den gebürtigen Engländer dazu brachte, hauptberuflich zu schreiben. Auf diese Weise wurde er zum Bestseller-Autor statt zum Greencard-Inhaber. Geboren wurde Bernard Cornwell 1944 in London, aufgewachsen ist er als Adoptivkind in Essex. Nach einem Geschichtsstudium arbeitete er zunächst als Lehrer und später 10 Jahre für die BBC. Mit seiner Ehefrau Judy, einer US-Amerikanerin, ging er 1980 nach Cap Cod in die Vereinigten Staaten. Seinen größten schriftstellerischen Erfolg erlangte Cornwell mit Mittelalter-Epen sowie den Abenteuergeschichten um den britischen Soldaten Richard Sharpe, die in der Zeit der napoleonischen Kriege spielen. Die Serie umfasst mittlerweile über 20 Bände, und ein Ende ist nicht abzusehen. Mit Sean Bean als Darsteller des Richard Sharpe sind die Geschichten darüber hinaus nicht nur ein Fernseherfolg geworden, sondern haben ihrem Autor auch einen Verdienstorden eingebracht – überreicht 2006 von Königin Elizabeth II.
Kundenrezensionen
Neues aus Wesses: Uhtred zum fünften!
Von vielen Fans lange und sehnlich erwartet, erscheint nun der fünfte Teil der "Saxon Stories". Auf diesmal 511 Seiten kämpft sich der Recke Uhtred durch das mittelalterliche England des ausgehenden 9. Jahrhunderts.
Das Gerüst und die verbürgte historische Grundlage bilden diesmal die militärischen Auseinandersetzungen mit den Dänen bei Farnham (Surrey) und Benfleet (Essex). Diese werden notwendig durch die Invasion des sogenannten "großen Heeres" der Dänen, das ab etwa 892 in England einfällt. Dieses Heer hat mehrere Führer, u.a. den verbürgten Jarl Haesten. Der von Cornwell erdachte Harald Bluthaar ist dagegen, wie Uhtred eine Kunstfigur, die allerdings an Fakten orientiert ist.
An diesem Grundgerüst entwickelt Cornwell seine Geschichte aus der Sicht Uhtreds. Auseinandersetzungen mit Alfred (dem Großen), der Kirche (diesmal in Person des Bischofs Asser), Wiedersehen mit alten dänischen Freunden sowie die lästigen Querelen um die so bedeutsamen Eide, dürfen natürlich nicht fehlen.
Das Buch ist gewohnt souverän geschrieben. Die herausragende Erzählkunst Cornwells läßt auch den fünften Band der Reihe zu einem besonderen Leseerlebnis werden. M.E. ist sogar eine leichte Steigerung zu Teil vier zu verzeichnen.
Doch bei aller Freude hier auch noch eine kritische Anmerkung: Cornwell beginnt mit Uhtreds Charakter ganz vorsichtig und zaghaft an der äußeren Grenze zur Unglaubwürdigkeit zu kratzen. Da der 6. Band bereits projektiert wird, möchte man ihm empfehlen, dem für mittelalterliche Verhältnisse doch recht hohem Alter Uhtreds Rechnung zu tragen.
Fazit: Tolle Unterhaltung und Lesespaß pur für Freunde gut recherchierter historischer Romane, aus deren Mitte sich Cornwell erneut und deutlich erhebt. Ein echter Pageturner und damit: Klare Kaufempfehlung!
P.S.: Für Neueinsteiger in Uhtreds Welt der Saxon Stories empfiehlt sich für vollen Lesegenuß zunächst die Lektüre der ersten Bände der Saxon Stories. Hier die Reihenfolge:
1. Das letzte Königreich
2. Der weiße Reiter
3. Die Herren des Nordens
4. Schwertgesang
5. Das brennende Lan
"DIE LATRINEN SIND NICHT SAUBER GELECKT WORDEN ..."
"... und Ihr seht aus, als hättet Ihr gerade nichts zu tun!"
Wessex ist mal wieder bedroht: Harald Bluthaar plündert mit seiner Armee das Land, ebenso wie Jarl Haeten, der mit 200 Schiffen aus dem Frankenland angesegelt kommt. Stellt sich die immer wieder gern gestellte Frage, wer den Karren für Alfred aus dem Dreck ziehen soll. Der aufmerksame Leser kennt die Antwort.
Nachdem Uhtred das Schlimmste abwenden kann, fällt er einer Intrige zum Opfer, denn seine Feinde, Alfreds Priester, sind der Ansicht, dass er seine Schuldigkeit getan hat und gehen kann.
So kommt es, dass Uhtred noch einmal ganz von vorn anfangen muss, doch ihm bleibt die Befriedigung, dass schon bald die Rufe nach ihm sehr laut werden: Wessex Nachbarn fühlen sich von Alfreds Politik bedroht und erheben sich, um den schwer kranken Alfred vom Thron zu stoßen, und sich bei dieser Gelegenheit auch noch Mercien einzuverleiben. Uhtreds Loyalität steht auf der Kippe: Einerseits verachtet er Alfred, anderseits fühlt er sich Æthelflæd, Alfreds Tochter verpflichtet, denn er hat geschworen sie zu beschützen und ihr zu dienen. Sie ist die Herrin von Mercien, und durch den Krieg ernsthaft bedroht, denn ihr Mann Æthelred ist ein Feigling mit dem Rückgrat eines Gummibaums.
Uhtred hat also mal wieder alle Hände voll zu tun Alfreds Hintern zu retten und die Herrschaftsverhältnisse in Wessex und Mercien neu zu ordnen. Dazu kommt eine persönliche Krise, die Uhtred aus dem Gleichgewicht bringt - doch mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten.
Bernard Cornwell macht mich wirklich fertig. Wie kein anderer Autor schafft er es, mich von der ersten bis zur letzten Seite in einen absoluten Kriegszustand zu versetzen: Ich schmecke Blut, rieche den Rauch der verbrannten Häuser, fühle das Kettenhemd auf den Schultern, bleibe mit den Männern im Schildwall im Schlamm stecken, während ich dem Gegner Beleidigungen zuschreie, bis ich heiser bin. Nach 500 Seiten Cornwell bin ich fix und fertig, und weiß nicht, was mich getroffen hat - und bin entsetzt, weil das Buch keine Seiten mehr hat.
Die Uhtred-Reihe gehört zu den besten Serien die ich kenne. Ich mag diesen Charakter unheimlich gern, denn er ist alles, nur nicht eindimensional. Uhtred ist durch und durch ein Krieger, der den Kampf liebt. Er ist ein Führer und Entscheider, der Schlachten gewinnt, aber auch Fehler macht. Dabei zeigt er immer wieder unglaublich schöne Facetten, ist arrogant, bleibt aber selbstkritisch, ist mutig nachdem er seine Angst überwunden hat, hält sein Wort, bricht aber einen Eid. Er stellt sich infrage, und entwickelt sich dadurch immer weiter, wodurch seine ganze Persönlichkeit eine einzigartige Dynamik erhält. Selbst wenn er völlig skrupellos mordet, kann ich ihn als Leserin verstehen; seine Handlungen sind, durch die Nähe, die der Autor zu seinem Helden schafft, für mich immer nachvollziehbar. In dieser Form schafft das für mich nur Cornwell.
"Das brennende Land" ist ein absolutes Muss für jeden Uhtred Fan - ich kann den Roman uneingeschränkt empfehlen.
Die Uhtred-Reihe im Überblick:
Teil 1: Das letzte Königreich (rororo)
Teil 2: Der weiße Reiter (rororo)
Teil 3: Die Herren des Nordens (rororo)
Teil 4: Schwertgesang (rororo)
Teil 5: Das brennende Land
In Wessex nichts Neues...
Der nunmehr fünfte Teil um den sächsischen Kriegsherrn Uhtred bietet das übliche Blutgericht für Fans der Reihe.
Cornwell gelingt es einmal mehr vorzüglich, eine brutale Zeit anschaulich und spannend zu schildern. Leider nicht sehr innovativ, denn Band 5 besteht aus üblichen Zutaten: Uhtred jagt immer noch seiner Burg hinterher, wird von König Alfred manipuliert, eilt von Schlacht zu Scharmützel, hat in größter Not immer die richtige Idee und metzelt dabei Feinde nieder, dass Conan der Barbar beim Beobachten blass um die Nase würde.
Das ist alles wie gesagt spannend erzählt, daher 3 Sterne, aber so langsam ermüdet das ständige "Und so schlachteten wir die Dänen ab!" und der Charakter Uhtred stagniert in seiner Rolle als zynischer, wenn auch (im Rahmen der Zeit) ehrenvoller Krieger, der jede Schlacht zu seinen Gunsten wendet.
Inzwischen ist er über Dreissig, hat mehrere Kinder... es wäre schön, wenn in Band 6 wieder etwas mehr auf den Menschen Uhtred eingegangen würde.
Etwas enttäuscht war ich auch von der Hauptfeindin Skade, deren Charakterzeichnung (schön, brutal, rasend) oberflächlich bleibt. Da gingen Cornwell bei der Hälfte des Buchs die Ideen aus und man hoffte vergebens, etwas mehr über die Geisteswelt der Furie zu erfahren.




